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24.03.2021 < Jedes neunte Unternehmen durch Hilfe des Bundes vor einer Insolvenz bewahrt. KRISE ALS CHANCE.
Information

I. Jedes neunte Unternehmen vor Insolvenz bewahrt?

Die Pandemie hat erhebliche Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft.
Das  Finanzministerium versicherte: "Die Bundesregierung hält mit aller Kraft gegen die Krise." Der Bund hat die bestehenden Hilfen für Unternehmen um drei Milliarden Euro erhöht und weitere Branchen aufgenommen, darunter etwa Brauereigaststätten. Die Maßnahmen der Koalition hätten jedes neunte Unternehmen vor der Insolvenz bewahrt. " 
Cerstin Gammelin in Süddeutsche Zeitung am 23.3.2021, S. 5.

II. ADLER-Pleite: ein Beispiel

Adler ist einer der größten Textilhändler Deutschlands (142 Märkte in Deutschland). Nach der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft(AG) ging die AG 2011 an die Frankfurter Börse. Adler machte in 2019 495 Millionen Euro Umsatz bei einem Vorsteuergewinn in Höhe von 70 Millionen. Adler hatte bereits am 11/2020 einen Insolvenzantrag gestellt.
Es war die Konsequenz aus coronabedingten Umsatzeinbrüchen und der Schließung fast aller Standorte, die zu Liquiditätslücken geführt hat - trotz solider Bilanzen und Finanzierungszusagen. Es wurde eine Insolvenz in Eigenverwaltung eingeleitet, bei der die Geschäftsleitung im Amt bleibt und das Gericht einen (vorläufigen) Sachwalter, RA Christian Gerloff, als "Aufsicht"einsetzte. Das Ziel ist eine Sanierung durch ein Insolvenzplanverfahren. 

III. Was kann man tun?

1. Hilfecheck
Welche Hilfen gibt es? Wurde alles Sinnvolle und Notwendige beantragt?

2. Krisenberatung und  Sanierungsmoderation
Die Geschäftsleitung kann bei krisenbezogenen Fragen einen "Krisenberater" einschalten und sich begleiten lassen. Warum denn unnötig Risiken eingehen? 
Die Geschäftsleitung kann doch nicht alles wissen- und monatlich kamen neue Gesetzesänderungen.  Auch der Umgang mit Geschäftskunden ist in Zeiten von Corona nicht einfacher geworden. Achtsamkeit - ohne Angst - ist ein kluger "Ratgeber".

Nutzen Sie die Chancen der Sanierung außerhalb eines Insolvenzverfahrens (die sogenannte Sanierungsmoderation), wenn die Erfüllung einzelner (ungünstiger) Verträge für das Unternehmen langfristig bedrohlich werden könnte. Suchen Sie dann einen geeigneten Sanierungsmoderator, den man vorschlagen und einsetzen kann. Die Sanierungsmoderation bietet Werkzeuge: 

  • Vergleiche mit Gläubiger schließen, die nicht anfechtbar sind 
  • Erträge durch Vergleiche (Sanierungsvergleiche) lösen keine Steuern aus 
  • ungünstige Verträge (Mietverträge ua.) können coronabedingt angepasst werden.

3. Vermeidung strafbaren Handelns

Aufmerksam muss die Geschäftsleitung sein, ungewollt  strafbare Handlungen zu begehen. Zum Beispiel bei Bestellungen von Waren oder Dienstleistungen, auf ausreichend liquide Mittel bei Fölligkeit der Rechnung zu achten.
Werden die Löhne ausbezahlt, müssen auch die Sozialversicherungsbeiträge geleistet werden. Die Geschäftsleitung braucht immer einen Überblick über die Finanzen und die Zahlungsfähigkeit. Daher sind auch immer zeitnahe Jahresabschlüsse erforderlich. 
Es gäbe hier noch einiges zu berichten, was man als Berater erlebte.
Aber hier soll keine Angst, sondern Mut gemacht und motiviert werden, Spezialisten als sogenannte Sparringpartner zu engagieren. Lassen Sie den Berater doch zum Beispiel bei Ihren "Wochenmeetings" per "Zoom" teilnehmen.  Er wird schnell einen Überblick bekommen und (wahrscheinlich) nützliche Tipps haben.

4. Krise als Chance
Nutzen Sie daher die Krise als Chance. Wir auch!

Hermann Kulzer MBA
Fachanwalt für Insolvenzrecht
Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht
Wirtschaftmediator(uni DIU) 
Sanierungsmoderator  

kulzer@pkl.com
0351 8110233  

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Verfasser: Hermann Kulzer
 
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