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04.12.2021 < Mehr Firmenpleiten- aber keine Pleitewelle. VORSORGE IST SINNVOLL
Information

I. Firmenpleiten 

Die Zahl der Pleiten in Deutschland zog im Dezember 2021 leicht an. 
Die vor längerer Zeit befürchtete Insolvenzwelle zeigte sich bisher nicht.
Das ist gerade an den Eröffnungszahlen von Insolvenzverfahren ablesbar.
Es gibt nur wenige Verfahren.

Die Zahl der Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften lag im November bei 655 und stieg damit um 15 Prozent im Vergleich zum Allzeittief im August 2021.  Immer noch eine Zahl, die weit unter den Höchstzahlen vergangener Jahre liegt. Experten rechnen mit einem weiteren leichten Anstieg. 
Damit bleibt die Zahl der Insolvenzen auf einem ungewöhnlich niedrigen Niveau. 
Zahlreiche Unternehmen können aber nur noch mit Corona-Hilfen existieren.
Was passiert, wenn die Hilfen auslaufen? 
Folgt dann die Pleitewelle und die von manchen als notwendig erachtete notwendige Marktbereinigung? Es ist offen. 
Jedenfalls muss Vorsorge getroffen werden.

II. Jedes neunte Unternehmen vor Insolvenz bewahrt?

Die Pandemie hatte und hat erhebliche Auswirkungen auf die Wirtschaft und die Gesellschaft. Die Geschäftsführer, Mitarbeiter, Selbständige, Handwerker, die Bundesregierung und die Bürger halten mit aller Kraft gegen die Krise.

Der Bund hat die bestehenden Hilfen für Unternehmen verlängert(teilweise erhöht) und weitere Branchen aufgenommen. Die Maßnahmen sollen angabegemäß jedes neunte Unternehmen vor der Insolvenz bewahrt haben. 

Oder war es nur ein Verschieben der Zusammenbrüche?
Keiner kann das genau vorhersehen. 

III. ADLER-Pleite durch Corona-Schließungen

Adler war einer der größten Textilhändler Deutschlands (142 Märkte) und machte in 2019 495 Millionen Euro Umsatz bei einem Vorsteuergewinn in Höhe von 70 Millionen. 
Adler musste einen Insolvenzantrag stellen, weil es durch coronabedingte Schließungen und Verkaufsbeschränkungen zu einem erheblichen Umsatzeinbruch kam und demzufolge zu Liquiditätslücken.
Die Liquiditätslücken waren kurzfristig nicht ausgleichbar, daher war das Unternehmen insolvenzreif und muss die Insolvenz einleiten. 
Es ist nun eine Sanierung innerhalb der Verfahrens mit Eigenverwaltung geplant.

IV. Was kann man tun?

1. Hilfecheck
Welche Hilfen gibt es? Wurde alles Sinnvolle und Notwendige beantragt?

2. Beratung 
Die Geschäftsleitung sollten bei krisenbezogenen Fragen einen "Berater" einschalten und sich auf ihrem Weg beraten und begleiten lassen.
Warum denn unnötig Risiken eingehen? 
Die Geschäftsleitung kann nicht alles wissen.
Wieviele Krisen hat man denn schon erlebt?
Auch der Umgang mit Geschäftskunden ist in Zeiten von Corona nicht einfacher geworden. Achtsamkeit - ohne Angst - ist ein kluger "Ratgeber".

3. Sanierungsmoderation- wenn die Krise schon greifbar ist
Nutzen Sie die Chancen der Sanierung außerhalb eines Insolvenzverfahrens - die sogenannte Sanierungsmoderation - wenn die Erfüllung einzelner (ungünstiger) Verträge für das Unternehmen langfristig bedrohlich werden könnte. Suchen Sie in einem solchen Fall einen geeigneten Sanierungsmoderator, den man vorschlagen und einsetzen kann.
Die Sanierungsmoderation bietet Werkzeuge: 

  • Vergleiche mit Gläubiger schließen, die nicht anfechtbar sind 
  • Erträge durch Vergleiche (Sanierungsvergleiche) lösen keine Steuern aus 
  • ungünstige Verträge (Mietverträge ua.) können coronabedingt angepasst werden.

4. Vermeidung strafbaren Handelns
Aufmerksam muss die Geschäftsleitung sein, ungewollt strafbare Handlungen zu begehen. Zum Beispiel bei Bestellungen von Waren oder Dienstleistungen, auf ausreichend liquide Mittel bei Fölligkeit der Rechnung zu achten.
Werden die Löhne ausbezahlt, müssen auch die Sozialversicherungsbeiträge pünktlich geleistet werden. Die Geschäftsleitung braucht immer einen Überblick über die Finanzen und die Zahlungsfähigkeit. Daher sind auch immer zeitnahe Jahresabschlüsse erforderlich. 

Aber hier soll keine Angst, sondern Mut gemacht und motiviert werden, Spezialisten als sogenannte Sparringpartner zu engagieren. Lassen Sie den Berater doch zum Beispiel bei Ihren "Wochenmeetings" per "Zoom" teilnehmen.  Er wird schnell einen Überblick bekommen und (wahrscheinlich) nützliche Tipps geben.

5. Krise als Chance
Nutzen Sie daher die Krise als Chance. 

Hermann Kulzer MBA
Fachanwalt für Insolvenzrecht
Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht
Wirtschaftmediator(uni DIU) 
Sanierungsmoderator  

kulzer@pkl.com
0351 8110233  

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Verfasser: Hermann Kulzer
 
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